Contragic Fine Arts | Ann Schomburg

1.1.16

Ann Schomburg Work in Progress Bildbetrachtung I am your history

Das gegenseitige Interpretieren ist ein Prozess, indem man häufig sich selbst, seine Wünsche, aber auch Ängste und befürchtungen in sein Gegenüber hineinließt. Ann Schomburg bat Ihren Großvater eine Bildbetrachtung vor der Kamera zu wiederholen, mit der er sie überrascht hatte.


Manytimes, within social interaction, we read our own ideas, wishes and fears into the other Person. For the video “Bildbetrchtung I am your History” Ann Schomburg asked her grandfather to repeat an analysis of a painting she was surprised by.


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Bildbetrachtung from societyTrash on Vimeo.

Bildbetrachtung  viewing ||  video 1 channel || 1o.oo min

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I was at my studio in the country, walking down to the basement to do my laundry, when my grandfather caught me. He wanted me to come to his room, where he is usually sitting on his desk, writing letters to his children and close family. This time, he did not prepare a letter for me. I was placed on his couch, than he started to present me his analysis of a picture I painted, when I was three years old. The picture has been in my grandparents house since 1987. First in the kitchen- than, when I began my art studies, he moved it the his writing room.

His speech about it was an apocalyptic scenario. I started to get very scared that he might loose himself in some religious mania. From minute to minute I was more and more tense until he finished and turned everything in a way showing me that he just expressed that he is fine with my profession- artist.
It took me some time to breath and to be relieved that he was fine and just nice to me. Than I asked him if he would redo his performance for me and if I could film him doing that. He had never refused something I asked him for.


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Es war an einem Tag kurz vor Weihnachten, als ich in meinem Atelier und Lager in den Keller ging, um Wäsche zu waschen, als mich mein Großvater abfing. Er bat mich in sein Arbeitszimmer, in dem er normalerweise Briefe an seine Kinder und Familie schreibt. Diesmal jedoch, hatte er keinen Brief geschrieben, sondern platzierte mich auf seinem Sofa und begann mir eine Bildbetrachtung zu präsentieren. Es ging um eine Malerei die ich als 3 Jährige mit Fingerfarben gemalt habe. Mein Opa hatte aus Stöcken, die wir damals im Wald gesammelt hatten, einen Rahmen gebaut. Seit 1987 Hängt dieses Bild in dem Haus meiner Großeltern, erst in der Küche, seit ich Kunst studierte in seinem Arbeitszimmer.

Die Betrachtung wurde zu einem apokalyptischen Szenario. Ich bekam unglaubliche Sorge, dass mein Opa sich in einen religiösen Wahn steigern würde und wurde von Minute zu Minute immer angespannter. Am Ende jedoch gab er mir zu verstehen, dass meine Familie vielleicht nicht versteht was das soll mit der Kunst, aber er glaubt dass das schon alles richtig ist. Nach einem Moment der Erleichterung fragte ich ihn, ob er seine Performance noch einmal vor meiner Kamera wiederholen würde. Er hat mir noch nie einen Wunsch verwehrt.


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